Sonntag, 6. November 2016

Die Trolljagd - Kapitel 6: Hexengelächter

Wir näherten uns der Quelle der markerschütternden Schreie. Von den Trollen getrieben, gelangten wir ans Ende des düsteren Ganges und wurden durch ein Tor gestoßen. Die Sonne musste schon aufgegangen sein - der große Saal, in dem wir uns wiederfanden, wurde durch ihre Strahlen, die durch zahlreiche Löcher eines alten Daches drangen, hell erleuchtet. Meine Augen brauchten eine Zeit, um sich an die plötzliche Helligkeit zu gewöhnen. Erst jetzt konnte ich das schaurige Schauspiel erkennen, das für die Schreie verantwortlich war.

Vor uns sahen wir einen der Söldner - Schädel - der mit seinem Hammer bewaffnet um zwei Pfähle herumtänzelte. »O nein, das sind gar keine Baumstämme!«, wurde mir mit Schrecken klar: das waren die Beine eines Trolls - eines gigantischen Trolls! Er war bestimmt dreimal so groß wie der Söldner. Eine Bestie, die mit Ketten durch vier Trollhünen kaum gebändigt werden konnte. Wahnsinn funkelte aus ihren Augen - aus Schädels Augen dagegen sprach die Furcht. Er war gezeichnet vom ungleichen Kampf, blutüberströmt und hinkend. Sein Blick huschte zu uns herüber - ein kurzes Lächeln des Erkennens trat in sein Gesicht - das jäh von der herabsausenden Faust des Trollriesen zerschmettert wurde.

Ich musste mich abwenden - doch das ekelhafte Geräusch des berstenden Schädels drang in meine Ohren. Als ich wieder hinblickte, sah ich noch, wie sich der Gigant seine Faust ableckte.
Wieder dieses Gelächter, ich wollte wissen, wo es herkam und blickte nach oben: auf einem unerreichbaren Vorsprung sah ich eine bucklige Gestalt, die ihre runzligen Finger in kreisenden Bewegungen hin- und herschwenkte. »Trollhexe«, raunte uns Urota zu. Im Schatten hinter ihr schienen weitere Trolle zu stehen - wohl ihre Leibwächter. Immer wieder unterbrochen von diesem bösartigen Lachen brüllte die Hexe Befehle. Wir hörten ein lautes Rasseln - die vier Trolle hatten die Ketten fallen lassen und zogen sich schnell aus der Arena zurück, bei der es sich laut Edwen einmal um einen Rittersaal gehandelt haben musste. Wir hörten, wie mit einem lauten Krachen eines mächtigen Balkens hinter uns das Tor verriegelt wurde.
Eine Trollhexe.

»Und nun stirb, Waräsar!«, schrie die Trollhexe mit heiserer Stimme. Urota hatte genug von den ständigen Beleidigungen und spannte seinen Bogen. Mit einem gezielten Schuss hatte er die Hexe am Hals getroffen. Sie zog sich zurück, gurgelnd und stöhnend versuchte sie dabei noch, eine Verwünschung auszustoßen.

Jetzt war der Trollriese auf uns aufmerksam geworden. Er hatte von seinem schauerlichen Mahl abgelassen und kam auf uns zu: Blut tropfte ihm aus den Mundwinkeln, ein halbes Dutzend Schädel baumelte an seinem Gürtel.

Ich richtete ein Stoßgebet an Ianna. Klettenkraut spross aus dem Boden, verzweifelt schleuderte ich es dem Troll entgegen. Es blieb an seinem Bein kleben - mehr auch nicht. Aus den Augenwinkeln konnte ich gerade noch erkennen, wie Vivana eine ihrer Phiolen hervorgeholt hatte und deren Inhalt auf die Spitze ihrer Klinge träufelte. Edwen verpasste dem Trollriesen eine Schramme am Schienbein. Vivana hatte sich hinter ihn gerollt und schnitt dem Riesen in die Wadensehne. Das hatte er offensichtlich gespürt: er griff hinter sich, packte unsere Diebin und schleuderte sie gegen die Wand. Urota versuchte es wieder mit einem Pfeil, der aber am für seine Größe sehr agilen Riesen vorbeizischte. Edwen hatte ihn währenddessen am anderen Bein getroffen. Das ließ der Trollgigant nicht ungestraft - Edwen krachte gegen die Wand. Jetzt schaltete sich auch unser Kobold in den Nahkampf ein - wütend rammte er ihm sein Schwert in den Fuß. Der gleiche Fuß beförderte Tarkin dann gegen die Wand. Meine Kampfgefährten waren schwer gezeichnet von ihrem Schleudertrauma - ohne Widuns Heilkräfte und Annelieses feuriges Temperament waren wir wohl verdammt dazu, als Trollriesenfutter zu enden.

Erstaunt stellte ich fest, dass der Troll plötzlich lahmte. Vivanas zulanisches Froschgift schien endlich zumindest eine leichte Wirkung zu zeigen. Wehrlos wie er jetzt dastand, schaffte sie es, dem Troll das Bein aufzuschlitzen - das Blut spritzte rhythmisch wie eine Fontäne aus der offenen Schlagader.

Von oben kam ein aufgeregtes Schreien, Metall traf auf Metall - Kampfeslärm.
Das Trollmonster schüttelte sich - die Giftwirkung war scheinbar wieder weg - und versuchte es mit einem Rundschlag, dem wir erfolgreich ausweichen konnten. Sein Blut malte dabei einen Ring auf den Boden.

»Aus dem Weg!«, schallte es plötzlich vom Vorsprung herab. Instinktiv duckten wir uns, und der Trollriese wurde von zwei Pfeilen getroffen. Es waren Mond und Tarquan, die uns von da oben Schützenhilfe gaben.

Außer sich vor Wut stampfte der Trollgigant mit seinem unverletzten Bein auf - Tarkin und mich riss die Erschütterung von den Beinen. Edwen war standhaft geblieben und rammte dem Troll die Axt tief ins Bein. Urota zeigte sich ebenfalls unbeeindruckt vom Beben - er zielte - schoss - und - landete einen Glückstreffer: sein Pfeil steckte dem Riesen im Nasenloch. Dieser schwankte - und stürzte schließlich zu Boden. Nachdem sich der Staub gelegt hatte, konnten wir uns von seinem Tod überzeugen - der Pfeil musste ihm tief ins Hirn gedrungen sein.

Noch erhitzt vom Kampf stritten sich Urota und Edwen um einen rostigen Schild, der am Gürtel des Riesen hing. »Da sind ein Schwert und eine Rose drauf, das Wappen Askalons, her damit!« - auf Urotas gereckte Faust hin ließ Edwen jedoch ab - der Klügere gab nach.

Das Holztor hinter uns blieb verriegelt - was die anderen Trolle wohl machten? Die Söldner ließen uns ein Seil herab. Vivana klettert grazil als erste hinauf. Dort wurde sie sehnsüchtig von Tarquan mit einer Umarmung und einem Kuss in Empfang genommen. Als ich mich auch hochgezogen hatte - als Eichhörnchen war das Klettern viel leichter - lagen da reglos die alte Hexe und ihre Leibwächter. Verwundert blickte ich Tarquan an, der erklärte: »Wir sind über einen Geheimgang hierher gelangt.« Mond hatte sich über die Hexe gebeugt und betrachtete nachdenklich seinen Finger: »Seltsam, das ist eine Art Paste.« Edwen war auch interessiert und rieb an der Trollhexe - unter dem grünlichen Schimmer kam hellgraue Haut zum Vorschein: »So weit ich weiß, sind nur Schattentrolle so blass. Sie heißen so, weil sie sich nicht dem Sonnenlicht aussetzen dürfen, das sie nach kurzer Zeit umbringt. Die grünen Hügeltrolle und die grauen Schattentrolle hassen sich eigentlich, weil sie sich gegenseitig die Gebiete streitig machen.«

Die Stille wurde unterbrochen von lauten Rufen und Schwertgeklirre. Das Tor in der Halle wurde aufgestoßen und ein Trupp imbrischer Soldaten strömte hindurch. Ehrfurchtsvoll betrachteten sie den toten Trollgiganten in seiner Blutlache. Dann hatten sie auch uns auf dem Vorsprung wahrgenommen. Jubel und Triumphschreie klagen durch den früheren Rittersaal. »Auf ein Wort«, bat uns der Anführer zu sich, »mein Name ist Syr Terk Aluris, erlaubt mir eine Frage: Wer ist dieser Hügeltroll da?« Er zeigte auf Urota. »Der gehört zu uns!« »Das kann nicht sein, wir haben gerade einen Troll laufen lassen, der das von sich behauptete und uns als Versicherung eine Erklärung des Ratsherrn von Altem zeigte!« Urota sah an sich herunter - seine Unbedenklichkeitsurkunde war weg - er musste sie im Wettstreit mit Ratura verloren haben.

Da fiel mir etwas ein - auch Ratura hatte doch etwas verloren. Ich folgte dem dunklen Gang bis an die Stelle, wo die beiden ihren Kopfstoß-Wettkampf ausgetragen hatten. Und tatsächlich: da lag noch der Leinenbeutel. Neugierig öffnete ich ihn: darin befand sich - eine grüne Bohne. Was für eine Enttäuschung! Doch was war das? In meiner Hand begann sie zu leben - ich spürte, dass dass keine gewöhnliche Bohne war. Die Bohne hatte Iannas Segen.

Montag, 15. September 2014

Die Trolljagd - Kapitel 5: Unter Trollen

Auf Speers Wunsch hin blieb ein Teil unserer Gruppe mit den Söldnern Zopf, Zottelbart und Schatten zurück. Saradar, Widun und Anneliese verkündeten, sich im Wald auf die Lauer zu legen.

Zopf hatte uns noch einmal die Richtung gezeigt, in der die Burgruine lag. Zusammen mit Tarkin, Urota, Edwen und Vivana näherte ich mich der Festung. Durch das Unterholz hindurch konnte ich zwischen den Bäumen eine Mauer erkennen. Die Steine sahen zwar verwittert aus, dennoch machte die Mauer einen massiven Eindruck. Im Schutze der Sträucher schauten wir uns die Festung genauer an. Wir fanden keine Schwachstelle, wo ein problemloses Eindringen möglich gewesen wäre, der Steinwall war überall mindestens dreimal so hoch wie unser Hügeltroll. Vor der Mauer erstreckte sich ein Graben mit schmutzigem Wasser. In der Mitte der diesseitigen Befestigung befand sich ein großes Holztor mit einer Zugbrücke. Ich erkannte, dass einige Äste der umstehenden Bäume bis dicht an die Mauer heranreichten.

Ich verwandelte mich in ein Eichhörnchen, kletterte auf einen der Bäume und kam so auf die Mauer. Auf dem Wehrgang erkannte ich einen großen Schatten. Da ich in meiner momentanen Form wenig ausrichten konnte, kehrte ich schnurstracks zu meinen Gefährten zurück.
„Ich will mir das nochmal genauer ansehen!“, meinte Vivana und kletterte behände einen Baum hoch. Kurz darauf schwang sie sich schon wieder herunter. Sie berichtete uns, dass es sich bei dem Schatten um eine Trollwache handelte, die mit einer großen Klingenwaffe auf der Schulter patrouillierte. Sie hätte auch einen Blick hinter die Mauer erhaschen können. Dort sei ein großer Platz mit einem Baum, weiter im Zentrum hätte sie eingestürzte Dächer, Wagen und Fässer gesehen und im Fenster eines noch intakten Turmes hätte sie sogar Fackelschein bemerkt.

Wir planten, die Trolle aus ihrer Festung heraus in einen Hinterhalt zu locken. Tarkin wollte die anderen im Waldstück unterrichten und machte sich auf den Weg.
Als er zurückkam, berichtete er: „Ich habe nur noch den jungen Söldner Schatten angetroffen. Kurz nachdem wir zur Burgruine aufgebrochen sind, habe eine große Trollhorde das Wäldchen passiert. Zopf und Zottelbart hätten dann wohl mit unseren Gefährten zusammen die Verfolgung aufgenommen. Das mit dem Hinterhalt wird jetzt wohl nichts mehr!“
Wir änderten unseren Plan. Vivana wollte den Wächter auf der Mauer lautlos ausschalten und uns dann das Tor aufmachen. Sie kletterte wieder katzenhaft den Baum hoch, sprang rüber zur Mauer und verschwand in den Schatten.

Einen Moment später hörten wir ein Geräusch, als ob auf der Mauer irgendjemand gestolpert wäre - dann ein Hilfeschrei, der eindeutig von Vivana kam! Plötzlich raschelte es über uns - Vivana war von der Mauer zurück auf den Baum gesprungen und rutschte schnell den Stamm hinunter.

Jetzt konnten wir von unten den Trollwächter sehen, wie er sich über die Mauer beugte. „Schnell, schalte ihn aus, bevor er Verstärkung rufen kann!“, rief Vivana dem etwas träge wirkenden Urota zu. Unser Troll spannte seinen Langbogen und schoss. Der Troll fasste sich ans Ohr, schrie dann etwas Unverständliches auf Trollgar und trommelte mit den Fäusten auf die Mauer. Einen Augenblick später hörten wir das Rattern der Zugbrücke, bis sie schließlich mit einem lauten Krachen auf die Erde knallte. Wir versuchten uns zu verstecken. Tarkin schien verwirrt zu sein, was machte er da bloß? Er kletterte auf einen Stein und bot sich den Trollen förmlich zum Fressen an. Urota und Edwen hatten sich besser platziert. Als drei Trolle schnaubend aus dem Tor hervorquollen, rannte Tarkin um sein Leben. Urota und Edwen traten aus ihren Verstecken neben dem Eingangstor hervor und fielen den Trollen in den Rücken. Nach einem Hieb von Urotas Riesenknochen ging einer der Angreifer bereits in die Knie. Auch Edwen war erfolgreich und hackte dem zweiten Troll in den Rücken. Vivana verließ ihr Schattenversteck und traf den dritten Troll mit einem hinterhältigen Angriff. Die Trolle schlugen wie von Sinnen mit ihren rostigen Beilen um sich. Urota erlitt eine leichte Verletzung, Vivana und Edwen konnten geschickt ausweichen. Urota wurde zornig und spaltete einem der Trolle den Kopf mit seiner Keule.
Als Faundruide konnte ich gegen diese Trolle im Nahkampf wenig ausrichten. Mein Gebet an Ianna, mir einen weiteren Waldgeist zu schicken, war gescheitert, daher versuchte ich es mit einer Schutzhecke. Kurz nachdem ich das Stoßgebet vollendet hatte, spross auch schon eine dichte Hecke vor mir aus dem Boden, die die Trolle nach kurzer Verdutztheit jedoch bloß zu einem spöttischen Lachen nötigte.

Die Trolle waren würdige Gegner, unter Blessuren schafften es die Kämpfer, drei von ihnen auszuschalten. Einem der Trolle gelang es noch mit letzter Kraft ans Tor zu klopfen. Die Brücke wurde wieder hochgezogen. Ein anderer Troll musste Urota gesichtet haben, denn wir hörten ein lautes „Waräsar!“ von der Mauer herunterschallen, was wohl so viel wie "Verräter" auf Trollgar bedeutete. Unsere Antwort folgte prompt. Ich warf Klettenkraut auf ihn - Tarkin schaltete ihn mit einem gezielten Schuss aus: perfekte Zusammenarbeit!

Dann wurde es plötzlich still vor der Ruine. Um uns herum lag ein halbes Dutzend toter Trolle. Urota wandte sich angewidert ab, als wir darüber sprachen, ob wir es den Söldnern nachmachen und Trollhände einsacken sollten.

Doch wie kamen wir jetzt in die Festung? Vivana kletterte erneut auf die Mauer und versteckte sich. Tarkin folgte ihr. Sie konnten einen überraschten Trollwächter ausschalten. Vivana ging eine Treppe hinunter und öffnete Edwen und mir das Tor.

Hinter dem Tor fanden wir uns in einer spärlich ausgeleuchteten Halle wieder. Die Wände bestanden aus grobbehauenen Steinen, die von zerfledderten Wandbehängen geziert wurden. Wir konnten gerade noch erkennen, dass sich vor uns ein bestimmt zehn Schritte messender Abgrund befand. Auf der gegenüberliegenden Seite loderten Fackeln auf. Zwei dicke Trolle bauten sich vor uns auf. Beide trugen sie Stäbe, an derenEnde jeweils ein Korb befestigt war.

Sie fingen an, mit ihren Stäben in Kohlebecken herumzurühren. Wollten sie bloß das Feuer schüren? Nein, jetzt sahen wir, was los war. Sie hatten die Körbe mit glühenden Kugeln beladen. Dann fingen sie an, uns zu verhöhnen, besonders auf Urota hatten sie es abgesehen. Doch nicht nur Beleidigungen schleuderten sie uns entgegen. Mit einer plötzlichen Bewegung feuerte einer der beiden ein glühendes Geschoss auf Urota ab. Dieser konnte sich wegducken und die Feuerkugel setzte einen der Wandbehänge in Brand. Während ich noch auf das sich ausbreitende Feuer achtete, hatte wohl der zweite Trollwerfer sein Geschoss abgefeuert. Es roch plötzlich nach verbranntem Fell - meinem Fell! Zum Glück hatten auch wir Fernkampfwaffen. Urota legte seinen Bogen an - und traff einen der feindlichen Trollwerfer. Nach zwei weiteren Versuchen zogen sich die Trolle zurück.

Wir hörten ein Knarren - eine zuvor verschlossene Seitentür ging auf und zwei Trolle stürmten herein - verfolgt von Schädel und Fass. Ein weiterer Söldner mit einem Trollhauer in der Hand kam grinsend die Treppe von der Mauer herunter, die auch Vivana benutzt hatte, um das Tor aufzumachen. Plötzlich kippte er nach vorne um - ein Beil steckte in seinem Schädel. Jetzt erkannte ich ihn: Das war Tanz, der vor ein paar Stunden Saradar noch Avancen gemacht hatte. Aus dem Schatten trat der Besitzer des Beils hervor - ein weiterer Trollkrieger. Mit der Unterstützung der beiden verbliebenen Söldner drängten wir die Trolle zurück. Der letzte von ihnen starb mit dem Metzgerbeil von Fass im Rücken. Schnell füllte Fass wieder ein paar Phiolen mit Trollblut. An seinem Gürtel sah ich mehrere Trollhauer und -hände hängen.

Fass und Schädel wollten auf eigene Faust losziehen. Sie ließen Tanz' leblosen und gefledderten Körper zurück und verschwanden in der Dunkelheit.

Wir verließen die Vorhalle durch ein Seitentür und finden uns in einem langen Gang wieder. In einem der Nebenräume entdeckten wir Fässer und Truhen. Vivana schaffte es, die Schlösser der beiden Truhen zu knacken. In der einen fanden wir 50 Silberlinge, in der anderen schwarzen Stoff - wohl die Beute eines Raubzugs.

Die Stille wurde plötzlich unterbrochen. Wir hörten ein Schnaufen und sich nähernde Schritte - vielen Schritte. Wir versuchten in die Gegenrichtung zu fliehen und gelangten in einen großen runden Raum. Wir waren gefangen. Etwa fünfzig Trollen hatten uns umringt. Wenn ich ein Mensch gewesen wäre, hätte ich gesagt, dass mir mein Herz in die Hose gerutscht ist. Aber da ich ja für gewöhnlich keine keine Beinkleider trage, begann stattdessen mein linkes Horn zu jucken.

Sie hielten Abstand und griffen überraschenderweise noch nicht an. Sie geiferten und musterten uns mit im Fackelstein glühenden Augen. Auffällig waren die enormen Größenunterschiede - kleinere Jungtrolle standen neben großen, mit vielen Narben übersäten und umso furchteinflößender wirkenden Trollhünen. Dann teilte sich plötzlich wie auf einen unhörbaren Befehl hin die Menge. Ein riesiger Troll, der selbst Urota an Größe überragte, baute sich vor uns auf. Eine seiner Gesichtshälften war durch Brandnarben entstellt und an seiner Schulter ruhte eine große Holzkeule, die mit langen Dornen gespickt war.
Grimmig, aber augenscheinlich mit Interesse, inspizierte er uns, einen nach dem anderen. Dann blieb sein Blick an Urota hängen - er zeigte auf dessen Knochenkeule und brüllte auf Trollgar:
„Eema baaemdricdamda Wokka! Lokk imk aemam Kuvkksußvassbavarb, ik kea kocram!! Wamm Di sasam kecr savemmks, rokkam ver Decr quearraecrs ok Labam, Waräsar!“ - was Urotas groben Übersetzung zufolge so viel bedeutete wie
„Waffe gut! Kopf-Kampf darum machen! Wenn Du gewinnen, vielleicht Du am Leben bleiben, Verräter!“
Ratura, der Trollberserker.

Was nun folgte - ich kann es nur als eine Art Kopfstoßwettbewerb zwischen den beiden Trollhünen bezeichnen. Der feindliche Troll winkte Urota zu sich. Sie stellten sich gegenüber auf. Urota scheint diese Art Wettkampf schon zu kennen. Dann ging es los - die umstehenden Trolle begannen plötzlich rhythmisch aufzustampfen und brüllten: „Ratura! Ratura!“

Ratura begann: von oben herab hämmerte sein Schädel auf den Urotas - dieser zeigte sich gänzlich unbeeindruckt. Dann war unser Troll an der Reihe - Ratura zuckte merklich zusammen - mit so einem harten Schädel hatte er wohl nicht gerechnet, auch die nächste Runde ging an Urota. Die dritte und vierte entschied Ratura für sich, der sich vom ersten Schock erholt zu haben schien und ordentlich austeilte, sodass Urota in die Knie gehen musste. Dann die entscheidende Runde. Urota holte aus, legt sein ganzes Gewicht hinein und landete eine gewaltige Kopfnuss, die Ratura sich das Blut aus seinem verbliebenen Auge wischen ließ. Der letzte Stoß war so heftig gewesen, dass der Berserker etwas verloren hatte. Am Boden blieb ein kleiner Beutel liegen, der sich von seinem Gürtel gelöst haben musste.

Was war das? Die Trollhorde verstummte - ein krächzendes Lachen drang in den Raum. Ratura trat zur Seite und brüllte noch ganz benommen einen Befehl. Wir wurden von den Trollen durch einen engen, dunklen Gang abgeführt. Das Lachen wurde lauter - jetzt auch unterbrochen von schrillen Schreien - und - bestialischen, kehligen Grunzlauten.

"O Ianna, welches Schicksal hast du bloß für uns vorgesehen?", flüsterte ich mir zu.

Samstag, 30. August 2014

Die Trolljagd - Kapitel 4: Die Trophäen der Sieger

Bei Sonnenaufgang zogen wir zusammen mit den Söldnern in Richtung Westen weiter. Wir stießen schließlich auf die nicht zu übersehenden Spuren einer großen Trollhorde. Darunter befanden sich ein paar riesige Fußabdrücke, die sicherlich nicht von einem gewöhnlichen Troll stammten.

Wir folgten den Spuren, die uns zu einer umgekippten Kutsche führten. Ihre Umgebung war von großen Blutflecken übersät. Ein Stöhnen ließ uns die Unterseite des Gefährts untersuchen. Dort war ein Überlebender, der eingeklemmt unter der Kutsche lag. Für Urota war es kein Problem, den Wagen wieder aufzurichten. Als der blutüberströmte Mann den Hügeltroll sah, schrie er vor Angst wie am Spieß und versuchte wegzurennen. Vor Erschöpfung brach er jedoch zusammen, bevor er auch nur richtig auf die Füße gekommen war.

Widun fragte ihn, was passiert sei. Benommen berichtete er ihm: »Sie haben alle umgebracht! Da war ein Monster, das die Trolle an einer Kette geführt haben. Es hat sie ... aufgefressen ... meine Begleiter.«

Er stand verständlicherweise noch unter Schock. Nachem wir ihn beruhigt hatten, fanden wir herais, dass er Halef hieß und als Händler mit der Kutsche unterwegs war – bis sie von Trollen überfallen worden war. Die Pferde hätten sich aufgebäumt und die Kutsche umgerissen. Seine Begleiter und der Kutscher hätten versucht zu fliehen, aber die Trolle hätten sie geschnappt und dann dem Riesen geopfert. Ihn hätten sie für tot gehalten. Bevor er bewusstlos geworden sei, habe er noch mitbekommen, wie sie in Richtung Westen verschwunden seien.

»Laut meiner Karte gibt es dort bloß es eine Burgruine!«, wusste einer der Söldner namens Schädel zu berichten.

»Bleibt zunächst bei dem Händler! Wir schauen uns erst einmal ein wenig um!«, mit diesen Worten von Speer gaben die Söldner ihren Pferden die Sporen.

Nachdem wir aus Teilen der Kutsche eine Trage für Halef gebaut hatten, folgten wir den Söldnern. Als wir uns einem Wäldchen näherten, schallte uns Kampfeslärm entgegen. Wir wurden Zeuge, wie die Söldner drei Trolle niedermachten und einen vierten gefangen nahmen. Dann folgte ein schreckliches Schauspiel: Tanz, Schädel und Fass hackten den toten Trollen die Hände ab und machten sich daran, ihnen auch die Kinnhauer zu entfernen. Dann steckten sie die Körperteile in mitgebrachte Säcke.

Mir war der ganze Vorgang ein Gräuel und ich wollte die Söldner zur Rede stellen:
»Was macht ihr da? Sammelt ihr Trophäen?«

Speer entgegnete mir verärgert: »Nein, wir wollen gutes Geld verdienen! Der Scharlatan bezahlt Halar dafür, dass wir ihm Trollhände und Kinnhauer beschaffen. Mag euch zwar eklig erscheinen, aber die Trolle brauchen ihre Hände und Hauer jetzt auch nicht mehr!«

Urota war inzwischen zu dem gefangenen Troll getreten und befragte ihn für uns auf Trollgar: »Was ihr machen hier?«
Der Troll schaute ihn hoffnungsvoll an: »Wir Wächter – unser Heim schützen!«, übersetzte uns Urota.
»Warum ihr Stadt angegriffen?«, fragte er weiter.
»Wir nicht angegriffen! Wir nur hier! Bruder, du helfen mir!«, übersetzte er die Antwort des Trolls.

»So, Schluss jetzt mit dem Gebrabbel!«, kam es von Fass. Mit einem »Hau-Ruck!« zogen sie den Troll am Seil seiner Fußfessel, das sie über einen dicken Ast geworfen hatten, nach oben. Der Troll baumelte kopfüber vor uns.

Mond zog plötzlich seine Klinge und trat dem Trio aus Fass, Schädel und Tanz entgegen: »Was soll das? Er ist doch keine Bedrohung mehr für uns!«

»Hoho, kleiner Wüstenfuchs! Du stehst wohl auf Trolle!«, frotzelte Fass und machte dabei eine beschwichtigende Geste mit seinen fetten Händen.

Ein weiterer Söldner namens Zopf trat an Monds Seite und zog seinen Säbel. Speer versuchte zu schlichten: »Hört auf mit dem Schwachsinn und steckt eure Waffen weg!«
»Was habt ihr mit ihm vor?«, wollte er von Fass wissen.
Der skrupellose Söldner »Fass«.

»Ist doch klar! Wir erledigen ihn. Ein Feind weniger im Rücken und ein Paar Hände mehr im Sack!«, erklärte Fass.

Speer überlegte einen Moment, dann nickte er: »Ich muss euch leider recht geben: Ja, solange er lebt, bleibt er eine Bedrohung für uns.«

Mond und Zopf steckten widerwillig ihre Waffen weg. Zopf spuckte Fass vor die Füße, dann räumte er das Feld. Fass lachte ihm spöttisch hinterher.

»Speer, das kannst du nicht zulassen!«, meldete sich der junge Schatten, der offenbar auch Mitleid mit der Kreatur hatte. »Er hat sich doch ergeben!«

»Solchen Kreaturen darf man kein falsches Vertrauen entgegenbringen, auch Mitleid ist hier fehl am Platze! Mit den Männern und Frauen in Schaynwayl hätten sich auch keins gehabt!«, versuchte Speer Schatten seine Entscheidung zu erklären – »Tötet ihn, aber macht es schnell!«

Zottelbart zog Schatten zurück, als dieser erneut ansetzen wollte: »Sei weise und vertrau' ihm!«

Blitzartig zückte Tanz ein Messer und schnitt dem herabhängenden Troll die Halsschlagader durch – der Troll schrie auf, dann blutete er stoßweise aus. Fass und Schädel sind zur Stelle und fangen das schwarze Trollblut mit Fläschchen auf, die sie rasch mit Stopfen verschlossen.

Ich sah, wie Urota plötzlich zu taumeln begann – für einen Moment sah ich nur noch das Weiße in seinen Augen – dann ist er wieder ganz da. »Was ist mit dir?«, fragte ich ihn.
»Böse Erinnerung! Trollhexe!«, antwortete er kryptisch.

Dann zischte ein Pfeil knapp über unsere Köpfe hinweg und traf den blutenden Troll genau zwischen die Augen.

»Ihr solltet ihn doch schnell töten! Was führt ihr im Schilde?«, schrie Speer, der den Pfeil abgeschossen hatte.

»Nichts von Belang!«, kam es aus Fass' zahnlosem Mund, als er mit dem Versuch eines Lächelns ein weiteres randvoll mit Trollblut gefülltes Glasfläschchen mit seinem Daumen verschloss.

Inzwischen war Zopf zurückgekehrt: »Ich habe die Burgruine entdeckt! Volltreffer! Die Trollspuren führen dorthin!«

Es folgte eine kurze Unterredung mit Speer.

»Am besten wir teilen uns auf und dringen aus verschiedenen Richtungen in die Trollfestung ein!«, schlug Speer vor.
»Zopf, du bleibst mit Zottelbart und Schatten bei diesem verletzen Händler, sucht euch hier ein gutes Versteck!«
»Ein paar eurer Leute sollten auch zurückbleiben!«, wendete er sich an Edwen, den er wohl für den Anführer unserer Gruppe hielt.
»Wenn ihr aus der Ruine fliehen müsst, haltet auf das Wäldchen zu! Dann können die Zurückbleibenden die Trolle von den Bäumen aus mit Pfeilen spicken!«

Nachdem er seinen Leuten weitere Befehle erteilt hatte, setzte er sie mit einem Handzeichen in Bewegung. Die Söldner verschwanden schnell zwischen den Bäumen, einzig Tarquan warf noch einen sehnsüchtigen Blick zurück – Vivana verabschiedete sich von ihm mit einem gehauchten Kuss.

Freitag, 8. August 2014

Die Trolljagd - Kapitel 3: Söldner und Scharlatane

Inzwischen war die Nacht hereingebrochen. Unsere nicht immer ganz so einträchtige Runde um das Lagerfeuer wurde jäh von Pferdegetrappel unterbrochen. Drei Reiter jagten ihre Pferde in vollem Galopp auf den Markplatz zu. Dort angekommen machten sie abrupt Halt und sprangen ab. Die Pferde keuchten vor Erschöpfung.

„Horcht! Horcht!“, schrien sie bis sich eine größere Menge um sie herum versammelt hatte. Auch einige Mitglieder der Söldnerbande waren zugegen.
Einer der Reiterboten berichtete atemlos: „Wir kommen aus Schaynwayle. Die Stadt wird von Trollen angegriffen. Wir befinden uns im Krieg mit den Trollen! Wir brauchen jede Unterstützung, die wir kriegen können! Alle Freiwilligen mögen sich bis Tagesanbruch hier auf dem Marktplatz sammeln!“

Edwen erklärte, dass es sich bei Schaynwayle um ein kleines Grenzstädtchen im Norden handelte. Sie hatten nur eine kleine Garnison, die einem Trollangriff nicht lange standhalten würde. Wir waren uns uneins, ob wir uns dem Feldzug gegen die Trolle anschließen sollten. Einer unserer Gefährten war schließlich ein Troll - sollte er denn gegen sein eigenes Volk zu Felde ziehen? Wir wussten um Urotas Stärke, was sollte man da gegen eine ganze Trollarmee ausrichten?

Immer mehr Leute kamen auf den Marktplatz. Anneliese wies uns auf einen Krämer hin, bei dem sie einen Zauberstein gekauft hatte. Er war in ein Gespräch mit Halar, dem Anführer der Söldner, vertieft. Die beiden schüttelten sich die Hände. Der Krämer Irozan hatte wohl ein gewinnbringendes Geschäft abgeschlossen.

Vivanas Augen waren auch die Söldnertruppe fixiert. Einer der Söldner mit einer Augenklappe zwinkerte ihr zu. Ich sah, wie sich ihre Gesichtsfarbe von ihrem natürlichen Gelbton in ein leuchtendes Rot verwandelte…

Wir einigten uns schließlich darauf, als Gruppe zusammenzubleiben und den Menschen in Schaynwayle zu helfen. Wir mussten Tarso noch von unserem Entschluss unterrichten. Er bot uns zwei seiner Wagen und Pferde an.
„Bringt sie mir heil zurück, oder ich muss euch 100 Silberlinge pro Wagen und Pferd in Rechnung stellen!“

In aller Früh brachen wir unter der Führung eines Reiterboten in Richtung Norden auf. Zu unserem Tross gehörten acht der gut bewaffneten Söldner und der von Widun als Scharlatan bezeichnete Irozan. Viele der Händler standen vor ihren Zelten und schauten uns nach. Wir kamen auch an einem Zirkuszelt vorbei. Ein zweiköpfiger Schrat blickte daraus hervor und lächelte uns zu.

Als die Sonne unterging machten wir Halt. Ein bärtiger Söldner machte Feuer, zwei andere übernahmen die erste Nachtwache, dann waren Vivana und Tarkin an der Reihe. Wir saßen am Lagerfeuer. Der Söldner, der das Feuer schürte, stellte sich uns als Zottelbart vor. „Eigentlich nicht mein richtiger Name, aber alle nennen mich so“, lachte er.
Er wandte sich an Urota.
„Was macht so ein Hügeltroll wie du in menschlicher Gesellschaft?“, wollte er von ihm wissen.

Urota hatte inzwischen so viel der Gemeinen Sprache erlernt, dass er ihn verstand und – etwas unverständlich zwar – auch antworten konnte.
„Hexenmeister mich verkaufen – soll sterben! Böse Tekk mich versklaven - Menschen mich befreien, dankbar!“

„Mutig von euch mit so einem Troll zu reisen“, wandte sich Zottelbart an den Rest der Gruppe.
„Ich will euch etwas über Trolle erzählen. So weit mir aus Askalon bekannt ist, können sie sehr alt werden, man schätzt so 500 Jahre. Und sie wachsen ihr ganzes Leben lang. Was sie an Körpergröße zulegen, bauen sie an Geisteskraft ab. Es wird von Trollriesen berichtet, die dem Wahnsinn anheim gefallen sind. Zum Glück bin ich noch keinem über den Weg gelaufen... eine solche Begegnung soll meist tödlich enden!“

Saradar fragte in die Runde, ob Trolle irgendwelche bekannten Schwachstellen hätten. Dann fiel sein Blick auf Urota. Er musterte ihn eindringlich bis dieser schließlich mit einem bösen Blick zurückstarrte.

Nachdenklich antwortete der Söldner.
„Na ja, sie haben eine dicke Haut und sind deshalb schwer zu verletzen. Aber stecht ihnen ins Herz oder schlagt ihnen den Kopf ab, dann stehen sie wahrscheinlich nicht wieder auf. Irgendwas war noch mit ihrem Blut ... will mir gerade nicht einfallen.“

Widun hatte sich inzwischen, dank mehrerer Krüge Schratenbier, mit ein paar Söldnern angefreundet.

Nach einer ruhigen Nacht und unbeschwerten Weiterreise, erreichten wir die Stadtmauer von Schaynwayle. Zu unserer Verwunderung öffnete sich das Stadttor – und der Ratsherr der Stadt, ein Syr Goreck, stand vor uns. Er berichtete, dass es ihnen gelungen war, ein Eindringen der Trolle zu verhindern. Sie seien in Richtung Westen verschwunden. Er berichtete, dass es um die 50 Trolle gewesen sein mussten, und dass ein riesiges Monster darunter gewesen sei, das es fast geschafft habe, das Stadttor aufzubrechen.
„Wir wollen 50 Reiter losschicken, um die Trolle zu jagen und die Bedrohung ein für alle Mal zu beenden! Schließt Ihr Euch an?“

Währenddessen sah ich, wie sich der Scharlatan und ein dicker Söldner, der von allen zurecht Fass genannt wurde, unterhielten. Ich konnte nur das Wort 'Trollblut' aufschnappen.
Tarkin hatte inzwischen mitbekommen, dass sich einer der Söldner namens Tanz sehr für unseren Barden interessierte und konnte sich natürlich eine diesbezügliche Anspielung nicht entgehen lassen.
„Na, Saradar, hast du schon den Preis für den Weinschlauch mit Tanz ausgehandelt?“

Während Saradar und Widun in der Stadt ihre Vorräte an geistreichen Getränken aufstockten, brach der Reitertrupp Schaeynwayles mit den Söldnern auf. Wir folgten ihren Spuren nach einer erneuten Auseinandersetzung, ob wir es überhaupt mit dieser Trollarmee aufnehmen sollten. Mit Einbruch der Nacht suchten wir Unterschlupf in einer Höhle. Anneliese entfachte ein Feuer, während sich Tarkin auf einem Hügel postierte.

Nach einer Weile trat ohne Vorwarnung eine dunkle Gestalt in unsere Höhle. Mit einem Arm hatte sie sich Tarkin vor die Brust geklemmt, mit dem anderen hielt sie ihm eine Klinge an den Hals.
„Macht sofort das Feuer aus! Wollt ihr etwa die Trolle hierher locken?“, zischte sie uns an. Bei der Gestalt handelte sich um einen Söldner namens Mond. Ich konnte nur seine dunklen Augen erkennen, da der Rest des Gesichts durch einen Helm verdeckt wurde. Nachdem auch unser Schnarchtroll endlich wach war, folgten wir Mond.

Er führte uns sicher ins Lager der Söldner. Ein Söldner namens Speer zeigte beim Eintreffen auf Urota.
„Was sollen wir mit dem da machen?“

„Ich wüsste da schon was!“, rief Fass und strich dabei mit seinem Finger quer über den Hals.

Widun schritt ein: „Das ist unser Gefährte. Er hat tapfer mit uns gekämpft!“

Speer wandte ein: „Jetzt geht es aber gegen sein eigenes Volk!“

Widun entgegnete: „Na und, wie viele Menschen habt Ihr denn schon getötet?“

Auf diese Gegenfrage hin brach bei den Söldnern Gelächter aus, und die Lage entspannte sich schlagartig. Wir sollten uns zu ihnen setzen und ein Bier mit ihnen trinken. Während die anderen ihre Furcht betäubten, schaute ich mir diese Gestalten etwas genauer an.
Ich konnte beobachten, wie sich der Söldner mit der Augenklappe, der wohl Tarquan hieß, an Vivana ranmachte.
„Trinkt Ihr einen Becher Wein mit mir? Morgen könnten wir alle tot sein!“
Nach einer Weile sah ich, wie die beiden wild küssend und sich befummelnd in einem Zelt verschwanden.
Der dicke Söldner hatte es ebenfalls mitbekommen und rief lachend: „Gleich wird sie wissen, warum er auch Pferd genannt wird!“
Das ließ die Söldner ihre Achtsamkeit vergessen und sie brachen in lautes Gelächter aus.
Mir war hingegen nicht zum Lachen zumute. Langsam kroch mir die Angst in die Knochen.

Die Trolljagd - Kapitel 2: Von Goblins und Wieseln

Saradar: „Bei den askalonischen Soldaten war es anfangs ja ganz nett. Es gab reichlich Bier, wir vertrieben uns die Zeit mit Glücksspielen und für die anderen Dinge, die ein Mann zum Glücklichsein braucht, war ebenfalls gesorgt…“
Dabei grinste er Vivana an.

„Das Ganze wurde ab und an durch ein Scharmützel mit den Ul’Hukk unterbrochen. Zwei Monde brachte ich so zu, aber irgendwann schleicht sich ein Gefühl der Trägheit in die Arme, beginnt auch das beste Bier schal zu schmecken, eine Glückssträhne reißt ab und man kennt alle Frauen im Lager, manche besser als man eigentlich beabsichtigt hat …“

„Na, dann hoffe ich mal, dass du dir da nichts geholt hast“, gab ihm Vivana mit einem Augenzwinkern zurück.

„Eines Nachts erklang das Horn der Wächter. Diese schwachsinnigen Ul’Hukk versuchten wieder mit einer Gruppe Speerträgern und einer Säbelzahnechse den Wall einzunehmen. Das sind natürlich keine Gegner für einen Khor’Namar, einen Sohn des Windes.“
Saradar auf dem Schlachtfeld.

„Jetzt übertreib’ aber mal nicht!“, warf Tarkin ein.

Saradar ignorierte den Kobold: „Einige meiner Mitstreiter fielen im Gefecht, das waren gerade diejenigen, mit denen ich so manchen Abend beim Würfeln und Saufen zugebracht hatte. Da wurde mir klar, dass ich dort keinen Ruhm ernten kann, dass über diese Taten keine Heldenlieder gesungen werden … Eilig packte ich meine Sachen und verließ das Lager beim Ruf des ersten Nachtwolfes. Ich hab‘ mir dann so einen alten Kelari-Hengst geschnappt, der leider seine besten Tage schon hinter sich hatte - für den interessierte sich sowieso niemand mehr. Die Lichter des Soldatenlagers verschwanden hinter mir, ich hatte jedoch immer den Eindruck, als ob mich etwas verfolge. In einer Höhle fand ich Unterschlupf und Wasser für mein Pferd. Die Winde trieben mich in den Norden. Als es dunkel wurde, kam ich zu einem kleinen Wäldchen, aus dem mir Feuerschein entgegenflackerte. Ich band mein Pferd an einem Baum in sicherer Entfernung fest und näherte mich lautlos dem Feuer. Kriechend kam ich so nah heran, dass ich erkennen konnte, wer es sich da um das Feuer gemütlich gemacht hatte: Es war eine Bande Goblins, die sich gerade ein kleines Tier über dem Feuer grillten. Plötzlich hörte ich ein lautes Knurren, ich dachte zuerst, dass das mein Magen sei, doch dann sprang ein Schatten auf mich zu - ich konnte nur noch gefletschte Zähne erkennen. Nun ging alles ganz schnell: Ich packte das Etwas unter meinen rechten Arm und würgte solange, bis es nicht mehr zappelte. Jetzt erkannte ich: Es war ein Nachtwolf, der mich da angegriffen hatte.“ Bei diesen Worten deutet er auf das dunkle Fell, das er umhängen hat: "Das konnte ich natürlich nicht zurücklassen!"

„Haben die Goblins etwas davon mitbekommen?“, wollte ich wissen.

„Diese Feiglinge sind davongerannt. Vom Duft des Bratens angelockt, näherte ich mich der Feuerstelle. Plötzlich vernahm ich ein eigentümliches Wimmern. Zwischen den zerlumpten Sachen der Goblins, die sie in Panik zurückgelassen hatten, fand ich ein kleines, hilfloses Wiesel, das ich doch so nicht zurücklassen konnte! Seine Mama hatten die Goblins schließlich bereits verspeist."

Tarkin: "Und jetzt bist du seine Ersatzmama!", lachte der Kobold.

Saradar: „Das Babywiesel jammerte die ganze Zeit. Ich traf schließlich auf einen Schafhirten, der mir etwas Milch abfüllte. Er wollte als Dank eine Geschichte von mir hören, und ich erzählte ihm von unserer Flucht vor den Ul’Hukk durch das Feld der tausend Tode. Er erzählte mir wiederum von Trollüberfällen im Norden. Ein Gedanken keimte in mir: So sollte sich denn im Kampf mit Trollen mein Schicksal erfüllen, und der Ruhm wieder Einzug in mein Herz halten!“

„Wie pathetisch!“, kam es da von Anneliese.

„Auf meinem Weg nach Norden traf ich schließlich auf einen Bauern, der mich zum Nordmarkt begleitete, tja, und dann wäre ich beinahe auf diesen Kobold da getreten“ - damit war Tarkin gemeint.

Tarkin: „Was für ein lausiges Abenteuer - hast einen alten Gaul geklaut, einen Wolf gewürgt, der wahrscheinlich auch altersschwach war und ein paar Goblins das Abendessen entführt. Damit kommst du nie in Osirs Halle der Krieger!“

Samstag, 26. Juli 2014

Die Trolljagd - Kapitel 1: Der Nordmarkt

Auf dem Kutschbock wehte mir ein warmer Regenmondwind um die Nase. Um mich herum erblühten die Felder, die durch die Sonne in einem goldenen Glanz erstrahlten. Tarso erklärte uns, dass wir gerade die unbefestigte Grenze zwischen Askalon und Imbrien überquert hatten. Ich war gespannt auf das große thalische Reich der Menschen, von dem ich schon so viel gehört hatte.

Unser erster Halt war die Stadt Tremen direkt hinter der Grenze. Während der Baustil an Altem erinnerte mit Fachwerkhäusern und dunklen Steinhäusern, waren die Menschen hier völlig anders. Sie wirkten viel entspannter und waren gut gelaunt - was den Händlern gute Geschäfte bescherte. Vivana wollte ihre Wolfsfelle loswerden, fand hier aber keinen Abnehmer.

Unser nächster Halt war die Stadt Tyngarden. Sie bot einen prächtigen Anblick: helle Steinmauern und dutzende Wachtürme rahmten die Stadt ein. In der Stadt waren die Straßen sauber, die Häuser wirkten herausgeputzt, es gab sogar Parkanlagen. Die Menschen waren in edle Gewänder gekleidet und fast alle waren mit Schmuck behängt. Die meisten hatten blonde Haare, viele der Frauen tragen sie zu langen Zöpfen geflochten.
Hier fanden die exotischen Waren aus Skilis reißenden Absatz. Zwei der fünfzehn Händler waren bereits alle ihre Waren losgeworden und machen sich auf eigene Faust auf den Rückweg nach Skilis, um für Nachschub zu sorgen. Auch Boldran Blei, der Händler mit den abstehenden Ohren und dem Spitzbärtchen, war darunter. Er verabschiedete sich herzlich von uns und hoffte auf ein baldiges Wiedersehen.
Vivana war indes in Tyngarden erfolgreicher. Ein Fellhändler kaufte ihr nach harten Verhandlungen zwei der drei Silberwolffelle für 100 Silberlinge ab.

Nach kurzem Aufenthalt ging es weiter und die Karawane steuerte ihr eigentliches und wichtigstes Ziel an: den großen Nordmarkt in Imbrien. Tarso erklärte uns, dass sich dort die wichtigsten Händler aus ganz Thalien und sogar dem hohen Norden aus Yarwaques Hand trafen. Dort würde nicht nur gefeilscht, dem Glücksspiel gefrönt und gesoffen, sondern es würde sich auch über die neuesten Gerüchte und die attraktivsten Handelswege ausgetauscht.

Nach einer Fahrt ohne Vorkommnisse konnte ich den Nordmarkt schließlich schon aus großer Entfernung erkennen. Er schien sich über den gesamten Horizont zu erstrecken: eine riesige Stadt aus Zelten und Wagen. In der Mitte überragten ein paar Giebel die Zelte, bei denen es sich um das Dörfchen Gaad handelte, das vom Markt praktisch verschluckt wurde.

Die Händler kannten sich untereinander, wir fuhren an keinem Zelt oder Stand vorbei, von dem uns nicht ein freudiges Willkommen entgegenschallte. In meine Nase drangen die Gerüche exotischer Gewürze und zwischen den Zelten wimmelte es von Menschen aller Hautfarben, die in die unterschiedlichsten Gewänder gekleidet waren. Es wurde geschimpft, gelacht und geflucht.

Ein Marktwächter wies der Karawane ihren Stellplatz zu. Die Händler stiegen ab und begannen umgehend damit, ihre Zelte und Stände aufzurichten. Tarso trat auf uns zu: „Schaut euch ruhig einmal auf dem Nordmarkt um, so etwas habt ihr sicherlich in eurem Leben noch nicht zu Gesicht bekommen - verlauft euch aber nicht!“

Widun blickte händereibend auf das Getümmel: „Hier wird Mnamn viele neue Anhänger finden! Mal schauen, wo es Bier gibt - es ist an der Zeit, eine Messe zu halten!“

Tarkin und Urota suchten nach einer Kräuterfrau. Ich war mir zunächst unschlüssig, folgte den beiden dann aber in einiger Entfernung - gar nicht so einfach bei diesem Gedränge. Um Urota herum hatte sich eine Gasse gebildet, keiner der Menschen wollte ihm zu nahe kommen. Mit seiner Unbedenklichkeits-Erklärung in Händen fühlte er sich jetzt sicher, auch der Marktwächter hatte sich damit zufrieden gegeben.

„Wenn das nicht Tarkin ist, der große Koboldkrieger!“, ertönte es plötzlich. Aus der Ferne sah ich einen großen, muskulösen Mann mit einem Streifen roter Haare auf dem sonst kahlen Schädel. Beim Näherkommen konnte ich ihn erkennen: es war Saradar, der Gjölnar-Barde, der es vorgezogen hatte, bei den askalonischen Soldaten zu bleiben.

„Was wollt Ihr denn hier, Barbar!“, entgegnete ihm - nicht gerade höflich - Tarkin, der wohl die Auseinandersetzung um das Kettenhemd noch nicht vergessen hatte.

Saradar: „Spuckt’s aus, wo seid ihr denn groß geworden? Ist das die Koboldart einen alten Kampfgenossen zu begrüßen?“

Tarkin: „Während ihr euch rumgetrieben habt, haben wir die Stadt Altem von ihrer Rattenplage befreit!“

Saradar: „Ihr habt Ratten getötet, toll! Ich habe es mit Nachtwölfen und Goblins aufgenommen!“

Tarkin: „Und was habt ihr denn da überhaupt für ein Gewürm auf eurem Arm?“

Saradar: „Hütet eure Zunge, das ist mein Begleiter, aber auf einen halben Schritt Niveau lasse ich mich jetzt nicht herab, das mit euch zu diskutieren! Ihr habt auch einen neuen Gefährten wie ich sehe: Einen Hügeltroll, der soll euch wohl beim Einkaufsbummel die Taschen tragen. Bei den Gerüchten über Trollüberfälle rufe ich da wohl mal besser den Marktwächter!“

Tarkin: „Sprecht nicht so von ihm! Ich habe an der Seite dieses Trolles schon Kinder gerettet!“

Das gimg noch eine Weile so weiter, durch den Lärm bekam ich nicht alle Einzelheiten mit. Saradar führte ein Pferd am Zügel, das er verkaufen wollte. Die Haut des Pferdes lag in Falten, die Augen waren eingefallen und es hatte kaum noch Zähne im Maul. Er versuchte es bei einem Pferdehändler loszuwerden, der bot ihm jedoch nur ein paar Silberlinge dafür und meinte, er sollte es schlachten lassen. Saradar: „Das Angebot lehne ich ab. Zugegeben, das ist ein alter Gaul, dem schaut man nicht ins Maul - und Pferdefleisch habe ich noch nie gemocht!“

Inzwischen war auch Widun dazugestoßen: „Kennen wir uns nicht vom Saufen?“, begrüßte er Saradar und klopfte ihm dabei kräftig auf den breiten Rücken.

Endlich hatten wir auch die Kräuterfrau gefunden. Sie verkaufte uns "Wundzumach", so nannte sie ein Kraut mit großen Blättern, das wir auf Wunden legen sollten - nach drei Tagen sei dann alles verheilt.

Ich war diesen Rummel nicht gewohnt - das genaue Gegenteil von meiner beschaulichen Heimat Oxysm. Bei mir drehte sich alles im Kopf von den vielen Eindrücken, sodass ich schließlich zum Karawanenlager zurückkehrte. Hier traf ich auf Edwen, der auch gerade vom Einkauf zurückkam - er hatte einen askalonischen Ritterhelm erworben.

Die Sonne küsste bereits den Horizont, als meine Gefährten sich nach und nach im Lager einfanden. Saradar war seinen Gaul bei ein paar Söldnern losgeworden: „Eine seltsame Bande ist das. Einer von denen hat mich angemacht und wollte mir sein Zelt zeigen. Aber immerhin, ihr Anführer, Halar, ist ein Gjölnar - vom gleichen Stamme wie ich, ein Khor‘Namar, habe ich sofort an seinen rot-weißen Haaren erkannt!“
Mit den Silberlingen hatte er sich eine Lilie gekauft.

„Für wen ist die Blume?“, fragte ich naiv.

„Das ist eine Lilie!“, lacht der Gjölnar und lässt einen Doppelspeer über seinem Kopf kreisen.

Tarkin hat sich auch einen Helm zugelegt, während Urota stolz seinen neuen Langbogen präsentiert.

Vivana und Anneliese erzählen, dass sie sich auf der Suche nach 'speziellen' Dingen in den östlichen Teil des Marktes vorgewagt haben. Laut Tarso sei dieser Teil berüchtigt für zwielichtige Geschäfte und Beutelschneiderei. Vivana meint, dass das mit einer Hand am Dolch und einer am Beutel kein großes Problem gewesen sei.
„Seid ihr denn fündig geworden?“, frage ich neugierig.

Anneliese: „Wir sind auf einen Krämer namens Irozan gestoßen, der seltene Dinge verkauft. In seinem dunklen Zelt standen Regale mit Knochen, toten Schlangen und allerlei Phiolen. Ich denke, ich habe einen guten Handel abgeschlossen: Für einen der Silberwolfzähne und ein paar Krähenfedern habe ich diesen Stein bekommen.“
Sie präsentiert uns ihren Stab, an dem jetzt ein Opal prangt, der in allen Farben schimmert.
„Der Krämer habe ihn von einer alten Hexe bekommen - er ist überzeugt, dass der Stein magische Energie bündeln und so die Aura eines Magiers verstärken kann.“

Vivana zeigt uns ein Glas mit einem kleinen Frosch darin: „Ein Giftfrosch aus Zul, sein Gift soll eine lähmende Wirkung haben.“

„Na, dann hoffen wir mal, dass euch dieser Scharlatan nicht über’s Ohr gehauen hat!“
Das kommt von Widun, der sich schwankend auf eine Bank fallen lässt:

„Saradar, alter Saufkumpan, jetzt erzähl uns endlich deine Geschichte!“

Montag, 9. Juni 2014

Abenteuer 3: Die Trolljagd - Prolog

Das Ende des Rattenkönigs war tatsächlich auch das Ende der Plage. Es wehte ein frischer Wind durch Altem. Die Menschen hatten wieder neuen Tatendrang und begannen die Gassen vom Unrat zu befreien. Aus dem Weinenden wurde wieder der Lachende Rabe.
Ian Terek, der greise Alun-Priester, hatte nach uns schicken lassen. Er erzählte uns, dass eine Taube aus Medea eingetroffen sei. Der dortige Alun-Priester hatte nach Novizen verlangt, die am Fuße des Mon Alunas ausgebildet werden sollten. Er wollte der Bitte gerne entsprechen, da ihm aus Altersgründen die Ausbildung immer schwerer falle. Er stellte uns drei seiner Novizen vor: Der erste hieß Zedrick, er war einer der vom Rattenmann entführten Jungen. Terek meinte, dass es gerade für ihn gut sei, aus der Stadt heraus zu kommen. Die beiden anderen hießen Tolar und Luth. Wir sagten gerne zu, auf die drei aufzupassen.
Auf Urota wartete noch eine Überraschung. Dankbar für seine Dienste, erhielt er vom Ratsherrn Largo ein Schriftstück, das ihm eine ungefährdete Weiterreise durch das Thalische Reich gewähren sollte, eine Art Unbedenklichkeitserklärung.
Die Händler konnten doch noch mit ihren Geschäften in Altem zufrieden sein, da sich die Bürger nach dem Ende der Plage wie Verhungernde auf ihre Waren stürzten - auch wenn ihnen der Krämer Orel in der Notzeit für das tägliche Brot viele Silberlinge abgeknöpft hatte…
Tarso gab am nächsten Morgen den Befehl zum Aufbruch: Das Thalische Reich wartete schließlich auf die Waren aus Skilis…